Die Tierärztin und Gründerin, Shevaun Gallwey, besuchte die schöne Insel Koh Phangan im Jahre 2000 für 3 Monate. Schon zu diesem Zeitpunkt war ihr klar dass die dort freilaufenden bzw. streunenden Tiere, insbesondere Hunde und Katzen, dringend ihre Hilfe benötigen.

Phangan Animal Care – Rückblick

PAC Koh Phangan LogoMit Hilfe der Anwohner, Touristen und langfristig dort lebenden ausländischen Residenten bereiste sie zwei Mal wöchentlich die gesamte Insel um den kranken Tieren (und auch teilweise Menschen) zu helfen. Dabei ging es insbesondere um Hauterkrankungen. Aber auch gegen andere verbreitete Krankheiten kämpfte sie erfolgreich mit eigenfinanzierten Medikamenten an. Die unkontrollierte Population schränkte sie durch regelmäßige Sterilisationen und Kastrationen deutlich ein.

Eine treue Freundin an ihrer Seite wurde Jill Robinson, Mitarbeiterin der Animals Asia Foundation. Sie brachte Shevaun auf die Idee eine Pflegeklinik zu gründen und stellte ihr in Aussicht, sie auch finanziell über ihre Organisation zu unterstützen.

Am 22.September 2001 öffnete Phangan Animal Care (PAC) als erste Tierauffangstation auf Koh Phangan seine Türen.

In den Jahren 2001 – 2008 wurde die Station auf dem Gelände der einzigen Hochschule Koh Phangans betrieben. Das Grundstück und die Lage der Schule bot sich förmlich an um dort weitere Bereiche für die Mitarbeiter zu schaffen. Ein großes Klassenzimmer wurde zur Verfügung gestellt um auch die notwendigen Schulungsprogramme für Volontäre abzuhalten.

Während der politischen Unruhen in Thailand wurde die Schule aufgefordert den Mietvertrag mit PAC zu beenden. Dies geschah im Jahre 2007.

Mit dem Gedanken „Das kann nicht alles gewesen sein“ zog Shevaun Gallwey los und sammelt bei entsprechenden Veranstaltungen (die sogenannten Fundraisings) in den kommenden 6 Monaten die enorme Summe von 5,7 Millionen Bath ein. Im März 2008 konnte PAC somit das Land auf dem es heute betrieben wird kaufen. Die bestehenden Gebäude wurden renoviert und saniert und drei Monate später konnte der Umzug abgeschlossen werden.

Im November 2008 eröffnete die erste Tierklinik, betrieben von Phong, ihre Tore. Sie kümmerte sich insbesondere um die Tiere die einen Besitzer haben. Somit konnte PAC sich nunmehr ausschließlich um die freilaufenden und streunenden Tiere kümmern. Aus PAC (Phangan Animal Care) wurde somit PACS (Phangan Animal Care for Stray).

Im Jahre 2013 wurde für PACS ein Vorstand gewählt. Dieser besteht aus Nira, von Niras Bakery, als Schatzmeister, ihrem Sohn Jak als Präsident, Phan vom Run Arung Resort als zuständige Sekretärin sowie Sye vom Becks Resort und Goneo vom Kodak-Shop als Direktoren.

Im Jahr 2014 begannen die Bauarbeiten im rückwärtigen Teil des PACS Grundstückes. Mit der finanziellen Hilfe eines anonymen Spenders und Bright Life Australia und vor allem mit der Hilfe von Freiwilligen entstanden dort eine Reihe von Bungalows für die Volontäre und freiwilligen Helfer von PACS die immer und immer wieder, ehrenamtlich, ihre Zeit und Kraft, für die streunenden Tiere auf Phangan opfern.

Unterstützt von freiwilligen Krankenschwestern und Klinkassistenten arbeiten unsere Hauptkrankenschwester und ihre Helferinnen unermüdlich daran die erkrankten Tiere zu pflegen und zu heilen damit sie nach ihrer Genesung wieder am normalen Leben der Insel teilnehmen können. Die organisatorischen Arbeiten und weitere notwendigen Planungen in- und außerhalb der Klinik werden von den  Administratoren in unermüdlicher Kleinstarbeit erledigt – nur so ist ein reibungsloser Ablauf gewährleistet.

Was macht PACS eigentlich?

pacs-phangan-animal-care (4)Die Hauptaufgaben von PACS besteht darin, den kranken und Pflegebedürftigen Tieren (ohne Besitzer) entsprechende Hilfe und medizinische Unterstützung zu geben.

Wenn dies nicht ambulant geschehen kann werden diese Tiere für die notwendige Zeit in unserer kleinen Klinik stationär versorgt. Dort ist PACS in der Lage auch schwer verletzte und sehr kranke Tiere zu versorgen. Und zwar nicht nur Katzen und Hunde sondern auch andere Wildtiere, wie z.B. Adler oder Eulen.

Dieses betrifft selbstverständlich auch die jüngsten Tiere die kurz nach ihrer Geburt auf verschiedenste Arten verwaisten und somit erstrecht auf unsere Hilfe angewiesen sind. In der Regel begleiten wir sie in den ersten 3 Monaten ihres Lebens und bereiten sie in unserer Klinik auf die Selbstständigkeit in der „freien Wildbahn“ vor.

Normalerweise werden unsere Patienten nach ihrer Genesung wieder an dem Ort in die Freiheit entlassen an dem wir sie gefunden haben. In vielen Fällen werden die gesunden Tiere auch zu den Tempeln der Insel gebracht und dort bei regelmäßigen Hausbesuchen beobachtet und notfalls auch weiter medizinisch behandelt und versorgt. Eine weitere sehr wichtige Aufgabe die PACS zu bewältigen, hat ist die Populationskontrolle.

Eine Thai Hündin wird zweimal jährlich läufig. Im Falle einer Schwangerschaft, und die Quote beträgt weit über 90%, bring sie dann jeweils 6-8 Welpen zur Welt. Man muss kein Mathematiker sein um zu erkennen was das für Koh Phangan bedeuten würde.

Bevor PACS seine Arbeit begann ordnete die Regierung zwangsläufig regelmäßige „Keulungen“ an. Darunter ist zu verstehen dass über die Insel hinweg Gift bzw. Giftköder ausgelegt wurden. Je nach Dosierung der Gifte bedeutet dies für die betroffenen Tiere einen qualvollen und sehr schmerzhaften Tod.

Das konnte und wollte PACS nicht hinnehmen. Regelmäßig werden von der Gründerin großangelegte Sterilisations und Kastrations-Aktionen organisiert. Zuletzt bekamen wir im Februar 2014 Besuch von der Lanta Animal Welfare die in den Orten Baan Tai und Haad Rin insgesamt 331 Hunde sterilisierten.

Im Juli 2015 wurden in der sogenannten 100 in 3 Aktion 100 Tiere von einem Team aus Hongkong sterilisiert. Um den offiziellen Charakter zu gewährleisteten, begleitete unser örtliche Tierarzt Dr. Yothin die Aktion. Ihm gebührt dafür und für seinen unermüdlichen Einsatz für PACS unserer besonderer Dank.

Die „To do“ Liste von PACS könnte unendlich fortgeführt werden. Wir denken die ausführliche Beschreibung der vorangegangenen Punkte macht sehr deutlich wie aufwendig aber auch wie wichtig die Arbeit von PACS auch in der Zukunft ist. Aus diesem Grund nachfolgend noch ein paar, kurzbeschriebene Aufgaben:

  • Bedingt durch die hohe Luftfeuchtigkeit in Thailand sind einfachste Sachen wie z.B. die Wundversorgung ein großes Problem. Durch das feuchte Klima heilen die Wunden sehr schlecht, es kommt oftmals zu Infektionen und die Versorgung ist sehr kosten- und zeitintensiv.
  • Behandlung von Hauterkrankungen beinhalten die gleiche Problematik wie vorher beschrieben.
  • Regelmäßige Impfungen und Vorsorgeimpfungen (Staupe, Tollwut u.s.w.). helfen uns zukunftsorientiert einen Überblick über ausbrechende Epidemien zu bekommen und deren Ausbruch vorzubeugen.
  • Koh Phangan ist eine touristisch erschlossene Insel. Das dadurch entstehende Verkehrsaufkommen wird immer größer und somit auch das Unfallrisiko. In vielen der Unfälle sind Tiere verwickelt und sind meistens die schwerverletzten Opfer. Oftmals sind dadurch Amputationen und aufwendige Operationen von Nöten. Durch Knochenbrüche kommt es auch zu Lähmungen wichtiger Körperteile. Auch hier versuchen wir alles, den Tieren die Hilfe zu geben (Physiotherapie u.s.w.)  damit sie nach ihrer Genesung wieder in ihrem Leben klar kommen können.
  • Auch in der Tierwelt existieren die Krankheiten die bei den Menschen gefürchtet sind. Tumore an verschiedensten Körperteilen und vielfältige Krebsarten sind keine Seltenheit mehr. Auch hier sind wir gefordert und versuchen alles, um zu helfen. Für die vorher genannten Krankheiten gibt es auch für die Tierwelt entsprechende Medikamente und Therapiemethoden. Diese sind jedoch, genau wie in der Humanmedizin, sehr teuer. Dazu kommt es in der Regel zu einem bis zu 8 wöchigem Klinikaufenthalt. In vielen Fällen reichen unsere finanziellen Möglichkeiten nicht aus, um ausreichende Hilfe zu leisten.

Wie schon Eingangs gesagt, ist hier nur ein geringer Bruchteil der Aufgaben dargestellt. Die Liste könnte noch lange so weiter geführt werden.

Wie überlebt PACS heute und wer hilft uns?

Einen wesentlichen Punkt erledigen unsere festen Mitarbeiter. Ohne deren täglichen unermüdlichen Einsatz PACS nicht existieren könnte. Zur Unterstützung kommen immer wieder Volontäre, die auf Teile ihres Urlaubes verzichten und das Stammpersonal tatkräftig entlasten.

Leider ist nicht alles nur mit Körperkraft und Einsatzwillen zu bewältigen!

PAC Spende Phangan Animal CareFinanzielle und materielle Unterstützung aus dem In- und Ausland werden, egal in welcher Form, immer gerne entgegen genommen und machen uns den Kampf ums Überleben etwas leichter. In der Vergangenheit und Gegenwart halfen uns verschiedene Organisationen PACS zu dem zu machen, was es heute ist.

Animal Asia Foundation übernahm bis zum Dezember des letzten Jahres die Löhne unserer festen Mitarbeiter. Ohne dieses großzügige Sponsoring wäre unsere Organisation sicherlich schon nicht mehr da. Bright Life Australia trug maßgeblich dazu bei, für unsere Freiwilligen und festen Mitarbeiter die Unterkünfte im hinteren Teil des PACS Gelände zu errichten. Auch bei der Bewältigung der Lohnkosten und weiteren finanziellen Zuwendungen stand die Organisation an unserer Seite.

WSAP entrichtet immer wieder Zuschüsse, aus denen die ersten Unterkünfte finanziert wurden. Darüber hinaus nehmen wir gerne materielle Leistungen  von Bright Life Australia entgegen. RSPAC stand zumindest bei den letzten Kastrationsprojekten mit Zuschüssen an unserer Seite. Auch von den lokalen Geschäftsleuten freuen wir uns immer wieder über Leistungen.

Das First Western Medical Centre, sowie die Pantip Apotheke unterstützen uns regelmäßig mit Verbrauchmaterialien (z.B. Antibiothika, Verbandsmittel etc.) aus der Humanmedizin. Dies alleine verringert die ansonsten dafür entstehenden Kosten immens.

Die Phangan Bicycle Tours mit Sitz in Thongsala hat unsere Klinik fest in ihrem Trip-Programm mit aufgenommen. Sören und Chris sind massive Unterstützer unserer Organisation und bringen ihren Kunden die Bedeutung und das Arbeiten von PACS etwas näher. Vor Ort erleben die Gäste das wahre Leben der „tierischen Welt“ und das mit allen Höhen und Tiefen. Sie sehen aber nicht nur die teilweise schlimme Realität sondern erkennen auch die Bedeutung und die Wichtigkeit  unserer harten Arbeit. Gerne lassen viele von ihnen eine kleine oder auch mal eine etwas größere Spende da.

Der Outlaws Saloon und die Sportsbar Food Factory, beide ansässig an der Hauptstraße nach Baan Tai, helfen immer wieder durch Einladungen zum Mittag-und/oder Abendessen für die Sterilisationsteams und unsere Mitarbeiter und Helfer.

Um finanzielle Lücken zu schließen sind wir selber auch aktiv. Regelmäßig führen wir die sogenannten Foundraising Veranstaltungen durch. Dieses geschieht auf der einen Seite auf den Festivals (Full Moon / Half Moon Pary usw.) auf der anderen Seite organisieren wir die Partys mit den Betreibern der lokalen Restaurants und Bars. Die dort gegebenen Spenden helfen über so manchen Engpass hinweg.

Was braucht PACS zum Überleben in der Zukunft und wer kann uns helfen?

Damit PACS weiter existieren kann benötigen wir eigentlich nicht viel. Genauso wichtig wie die finanzielle Unterstützung ist es für uns materielle Dinge jeglicher Art zu erhalten. Dazu gehören insbesondere Medikamente und Pflegemittel. Warum werden so viele Medizinische Mittel weg geworfen „nur“ weil das Haltbarkeitsdatum näher rückt und/oder schon erreicht wurde?  Warum nicht etwas Versandkosten investieren und diese Materialien zu uns senden. Für PACS sind viele dieser Dinge ansonsten unbezahlbar.

Durch unsere Internetpräsenz  und bei Facebook  versuchen wir unsere wichtige Arbeit den Menschen etwas näher zu bringen.

Im Schnitt benötigt PACS rund 500 THB pro Stunde um existieren zu können. Ein wichtiges Ziel ist es wieder einen oder zwei Hauptsponsoren zu finden, die regelmäßig die monatlichen Fixkosten decken. Am wichtigsten jedoch sind die Menschen, die die Bedeutung erkennen, dass auch Tiere Lebewesen sind. Menschen, denen bewusst ist, dass jedes Lebewesen krank werden kann und dann Hilfe und Pflege benötigt. Menschen die uns helfen unsere wichtige Arbeit fort zuführen.

Menschen wie du und ich!

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