Gleich nach dem Eingang findest du linker Hand eine Kurzinfo zu den Regeln eines Buddhistischen Lebens in Englisch. Weiter vorne glitzert das mit tausenden Spiegelmosaikteilchen besetzte Dach im Sonnenlicht….und rechter Hand tut sich die Hölle auf

Wat Samai Kongka –
Hin Kong Ko Phangan

Wat Samai Kongka

Hölle im Buddhismus – Das gibt es auch!

Auch im Buddhismus gibt es die Vorstellung von einer Art Hölle. Im Wat Samai Kongka findest du eine eindrucksvolle Darstellung in Form von lebens- und überlebensgroßen, handgefertigten Skulpturen. Es ist das Reich der Vergeltung, eines von sechs Reichen in die man für eine Lebensspanne wiedergeboren werden kann.

Zuerst wird man zu Phya Yom gebracht, dieser wägt die guten Taten mit den weniger guten ab und entscheidet dann wohin man kommt. Die Bestrafung steht im Zusammenhang damit, was man getan hat. So wird Lügnern die Zunge heraus geschnitten, Vergewaltigern ein Dreizack in die Genitalien gerammt, für Abteibungen kommt der Unterleib in den Schraubstock,
Betrügern werden die Augen ausgestochen, Alkoholiker müssen kochendes Öl trinken….die Liste ist lang und schaurig einfallsreich. Anders als beispielsweise bei den Christen, weiß der arme Sünder jedoch, dass dieser Zustand nicht ewig andauert. Hat man seine Verfehlungen gesühnt, startet man in einem der fünf anderen Reiche erneut.
Hast du genug von den Abscheulichkeiten im Reich der Vergeltung gesehen, lädt der ansonsten friedvolle Tempelbezirk zum Verweilen unter schattigen Bäumen ein. Dann, mit nur etwas Glück, kann es sein dass dich der Mönch Phra Olarn zu sich winkt und dich zu einem Gespräch einlädt. Jeder ist willkommen Fragen zu stellen und sich gemeinsam in einen Dialog über das Leben zu vertiefen.

Das ist an sich schon eher ungewöhnlich, da die meisten Mönche kein Englisch sprechen, doch wirklich überrascht war ich als der Meister mit einem breiten Lachen in sehr gutes Deutsch wechselte. Er lebte 13 Jahre in der Schweiz, hat dort auch Familienangehörige.

Im weltlichen Leben war Phra Olarn erfolgreicher Geschäftsmann, doch die Zeit zu geben und zu teilen sei für ihn gekommen, hat er mir erzählt.

Von Montag bis Donnerstag bietet er Vipassana Meditationskurse und Unterweisungen in Buddhismus an. Jeder Mann und jede Frau ist gerne gesehen, Berührungsängste kann man sich getrost an den Hut stecken.

Natürlich gilt, wie in jedem religiösen Gebäude, auch hier: Verhalte dich respektvoll, bedecke Schultern und Knie, zieh die Schuhe aus wenn du einen Tempel oder eine Plattform betrittst und speziell für Frauen ist keinerlei Körperkontakt mit den Mönchen erlaubt – auch kein Händeschütteln. Selbstverständlich sind Spenden gerne gesehen, denn Kurse und Unterweisungen sind unentgeltlich.

Im Wat Samai Kongka bietet sich dir die seltene Gelegenheit, auf ungezwungene Weise tiefere Einblicke ins Glaubens- und Wertesystem deines Gastgeberlandes zu erhalten!

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