Asanha Bucha wird am Vollmond des achten Monats nach dem thailändischen Mondkalender gefeiert. Darauf folgt Khao Phansa, die sogenannte Buddhistische Fastenzeit. In Thailand sind beide Tage gesetzliche Feiertage an denen Ämter und Behörden geschlossen haben und kein Alkohol verkauft werden darf. Dieses Jahr fallen Asanha Bucha und Khao Phansa auf den 5. und 6. Juli + 7. Juli 2020.

Asanha Bucha

Das Fest erinnert an die erste Rede des Buddha vor seiner Gefolgschaft im Hirschpark von Sarnath, nachdem er erleuchtet worden war. In dieser Rede wird bereits der Grundstein des Buddhismus gelegt. Buddha spricht vom Dhamma-Rad, dem Rad der Lehre, und auch von den vier edlen Wahrheiten:

  1. Wahrheit vom Leiden: Das Leben im Daseinskreislauf ist leidvoll.
  2. Wahrheit von der Ursache des Leidens: Der Ursprung des Leidens ist das Verlangen.
  3. Wahrheit vom Ende des Leidens: Durch das Erlöschen der Ursache erlischt das Leiden.
  4. Wahrheit vom Weg zum Ende des Leidens: Der Pfad der Ausübung führt zur Beendigung von Leiden.

Erste-Lehrrede-im-Hirschpark-von-Sarnath1

Es gilt als besonderer Verdienst an diesem Tag das „Geschenk des Lichtes“ zu überreichen, weshalb die Bevölkerung vor allem Kerzen, aber auch andere Spenden wie Blumen, Räucherwerk und Geld, in die Tempel bringt.

Gefeiert wird, wie viele wichtige buddhistische Feste, mit Puja-Zeremonien und Prozessionen. Eine Puja-Zeremonie ist ein religiöses Ritual mit einem Glaubensbekenntnis, verbunden mit Opfergaben und dem sogenannten Verdienstübergang. Hier bittet man die Götter die eigenen Verdienste als Gaben anzunehmen, oder es werden alle Wesen gebeten, sich an den erworbenen Verdiensten zu erfreuen.

Khao Phansa

Am darauffolgenden Tag beginnt Khao Phansa, was wörtlich übersetzt „die Regenzeit beginnen“ heißt. Man sagt auch Buddhistische Fastenzeit, aber diese Bezeichnung ist nicht ganz korrekt, weil nicht speziell gefastet wird. Es ist eigentlich der Anfang der dreimonatigen Regenzeitklausur, und der Zeitpunkt an dem junge Männer für eine begrenzte Zeit ins Kloster eintreten. Die bis zu zwei Meter hohen, oft kunstvoll mit Schnitzereien verzierten Kerzen brennen während der gesamten Klausur und dienen den Mönchen, heute freilich nur mehr symbolisch, als Lichtquelle zum Lesen der heiligen Texte. Denn während dieser drei Monate ist es den Mönchen und Novizen nur in Ausnahmefällen, und dann nur für maximal sieben Tage gestattet den Tempel zu verlassen. Sie widmen sich in dieser Zeit intensiv dem Studieren der Buddhistischen Lehre, der Meditation und ihren Pflichten als Mönch.

Die Begründung für dieses, doch sehr lange, „Ausgehverbot“ ist so überliefert:

Als Buddhas Schüler immer zahlreicher wurden und auf ihre Wanderungen gingen, beschwerten sich indische Bauern bei ihm darüber, dass die Mönche in der Saatzeit oftmals die frisch gepflanzten Reissetzlinge niedertrampeln. Da außerdem die Gefahr groß war, dass durch Unachtsamkeit mehr kleine Tiere zertreten werden könnten als üblich, verfügte Buddha, dass alle Mönche für drei Monate in ihren Klöstern zu bleiben hätten.

Mönche

Was an diesem wichtigen Feiertag geschieht

In Bangkok ersetzt der thailändische König das leichte Sommerzeit-Gewand des Smaragd-Buddha im Wat Phra Kaeo durch die Regenzeitrobe.

Im Wat Phra Phutthabat Woramahawihan, im Nordosten von Zentralthailand, wird das Tak Bat Dok Mai-Festival gefeiert. In den Bergen rund um den Tempel blüht zu dieser Zeit die Dok Khao Phansa-Blume, welche den Mönchen und Novizen auf ihren langen Prozessionen dargereicht wird.

In Ubon Ratchathani findet ein farbenprächtiger Umzug mit riesigen Kerzen und Wachsstatuen statt.

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